Academie of diversity

Heutzutage erweist sich für jeden die kulturelleOffenheit als notwendig. Zudem setzt die Mitarbeit und die effizienteKommunikation in interkulturellen Teams viele soft skills voraus, darunter auchdie interkulturelle Handlungskompetenz. Die Entwicklung dieser Kompetenzerfordert die Bereitschaft, sich mit anderen Weltanschauungen auseinanderzusetzen, sie zu verstehen und zu respektieren.

Diedeutschen Universitäten, die als Anziehungspunkte für Studierende undMitarbeitende aus der ganzen Welt gelten, brauchen fundierte Methoden undPlattformen, um diese Kompetenzen zu fördern und sie dementsprechend auf dieseneuen Herausforderungen des beruflichen Lebens vorzubereiten.

Wir bitten Universitäten und Hochschulen dank unsererjahrelangen Erfahrung im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeitsowie unserer diversen kulturellen Perspektiven Workshops sowie Beratungen zuunterschiedlichen Themen an.

Folgende Workshops können aktuell gebucht werden:

  1. Alltagserlebnisseals Sozialkompetenz: Wie lässt sich informelles Wissen ins berufliche Leben einbringen

Die Entscheidung, die Heimat für das Studium oder dieArbeit zu verlassen, ist oft sehr schwer zu treffen und man muss mit vielenHerausforderungen rechnen, die auf einen zukommen. Dabei werden sie einem selbst nicht immer gleich bewusst. Auf den erstenBlick scheint die Planung und Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes amschwierigsten zu sein. Das Erlernen einer Fremdsprache, die Beantragungdes Visums sowie die Finanzierungsfrage bilden in dieser Phase natürlichdie wichtigste Hürde. Im Ausland werden die Herausforderungen sogar größer, alsman sich das vorgestellt hatte. Hier heißen die neuen Herausforderungen Vertiefung der Sprachkenntnisse, Studienplatz- und Arbeitssuche sowieBehörden- und Finanzierungsangelegenheiten.

In diesem Workshop – der durch Menschengeleitet wird, die die eigene Migranten-Sein-Erfahrung fachlich reflektierthaben – lernen wir den Auslandsaufenthalt als ein erfolgreiches Projekt zubetrachten. Jede Phase des Projektes wird genau untersucht. Der Workshop zieltdarauf hinaus, die Reflektion von unterschiedlichen Ansätzen und der Strategienfür Problemlösungen und deren Anwendung im beruflichen Alltag zu ermöglichen.Der Workshop orientiert sich an Menschen mit Migrationshintergrund, die diebehandelte soziale Kompetenz für ihren Uni- oder -Berufsalltag erlernenmöchten.                                                 

Schwerpunkte

  • “Mein Projekt”: Die Reflektion der Frage von Krisen und Entscheidungen
  • Die Betrachtung von unterschiedlichen Problemlösungen und deren Reflektion 
  • Die Untersuchung des Verhältnisses von mentaler und physischer Balance

Dauer: 6 Stunden

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2. Selbstbild vs. Fremdbild: Eigene Wirkung und sozialeInteraktion

Es existiert natürlich immer eine Scherezwischen dem Bild, das wir von unsselbst haben und dem Fremdbild – also wie andere uns sehen. Spannend wird es, wenn man die Wechselwirkung zwischen demSelbstbild und dem Fremdbild näher betrachtet. Gerade ininterkulturellen Kontexten kann die Wechselwirkung von großer Bedeutung sein. DasFremdbild ist stark von Stereotypen und vom Repräsentationssystem,das auf der ethno-kulturellen Unterscheidung zwischen ‘Wir’ und ‘Nicht-Wir’(Mecheril 2004) basiert, geprägt.  Dies stellt für die Minderheiten (bspw.Menschen mit Migrationshintergrund) insofern eine Herausforderung dar, als siehäufiger beweisen müssen, dass sie auch durch ihre persönlichenFähigkeiten, Geschichten, Weltsichten, etc. ‚dazu‘ gehören. Dies wird aber im Alltagaufgrund der Komplexitätsreduzierung nicht hinterfragt,kann allerdings – auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist – zuSpannungen, Misstrauen und Absenken der Motivation, beispielsweise inBerufssituationen oder im Unialltag, führen. In diesem Workshop lernen wir das Selbstbildkritisch zu betrachten, sowie den Einfluss des Fremdbilds zu erkennen. Zielist es, produktivere Arbeitsatmosphären und Gruppendynamiken ininterkulturellen Kontexten zu schaffen. Aktive Mitarbeit, Offenheit, dieBereitschaft, im Team zu arbeiten, verschiedene Rollen wahrzunehmen und sich aufden Prozess einzulassen sind die Voraussetzungen für eineerfolgreiche Teilnahme am Workshop.

Schwerpunkte

  • Selbstbild und den Gap zum Fremdbild erkennen
  • Seine Komfortzone erkennen und erweitern, aber dabei eigene Grenzen setzen
  • Eine Feedbackkultur für ein motivierendes und produktives Arbeitsklima entwickeln
  • Eigene Stärken und Schwächen in der Kommunikation entdecken
  • Zielgruppe: Berufsanfänger, Menschen mitMigrationshintergrund, Studierende, Auszubildende

Dauer: 7 Stunden

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3. Global Interdependenz im Alltagsleben: DieWelt in unserem Teller

Beim Globalen Lernen geht es darum, die globalen Zusammenhänge zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden aus der ökonomischen Perspektive zu verstehen. Themen wie Konsum, Produktion, Herstellung und Vermarktung von Waren mit Fokus auf Kakao, Textilien, Handys,Tabaco, Fleisch, Wasser, Obst und Bio Produkte können angesprochen werden, um wirtschaftliche Interdependenzen zu reflektieren.

Es ist wichtig, über die Tatsache nachzudenken, dass alles, was wir haben, essen, trinken und tragen, global ist und fast nichts zu 100% “Made in …” sein kann. Wahrscheinlich ist uns allen diese Tatsache bewusst, aber die Frage ist, ob wir wissen und uns fragen, welche Art von Arbeit hinter all dem steckt. Unter Berücksichtigung der globalen Interdependenzen aus sozialen und politischen Perspektiven können Themen wie soziale Ungleichheit und Migration, Asylsuchende und Flüchtlinge diskutiert werden. Das Ziel es, die Reflektion der dahinter verborgenen Strukturen und Mächte.

Wer entscheidet wann wer einreisen darf,welche Rechte man hat und welche nicht und welche Grenzen gesetzt werden. Kann jemand wirklich frei von einem Teil der Welt in einen anderen ziehen und was bedeutet es, einen bestimmten Pass zu haben. Darüber hinaus können die Themen wie Zugang zu Bildung, Technologie, Produkten usw. in Frage gestellt werden.

Ziel dieses Workshops ist die kritische Auseinandersetzung mit den globalen Zusammenhängen und deren Folgen.

Schwerpunkte

  • Globale Zusammenhänge zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden
  • Kritische Reflektion von Handel und Verarbeitung von Rohstoffen
  • Kritische Reflektion von sozialer Ungleichheit und Migration

Zielgruppe: Multiplikatoren von bildungspolitischenKonzepten, Teams von   Integrationsbeauftragten, Teams von verschieden Organisationen in denBereichen Entwicklungszusammenarbeit und politische Bildung

Dauer: 4 Stunden

4. Positionen erkennen und Haltung finden in derArbeit mit Menschen mit Flucht oder Migrationserfahrung

Mit welcher Einstellung gehst Du Dein Engagement an? Bei der entwicklungspolitischen Bildungs- und Solidaritätsarbeit wird oft mehr Schaden verursacht, als gedacht. In der Zusammenarbeit mit Menschen mit Migrationserfahrung werden hilfsbedürftige Personen – beispielsweise geflüchtete Menschen – oft zu Objekten oder passiven Opfern gemacht, so dass man für ihr Schicksal Verantwortung übernehmen möchte. Damit die entwicklungspolitische Bildungs- und die sogenannte Solidaritätsarbeit ihrerseits nicht zu Diskriminierung führen, ist es notwendig die eigene Arbeitsweisen und Strukturen zu hinterfragen und eine Reflexion globaler Machtstrukturen und Rassismen anzuregen.

Dank der fachlichen Erfahrung sowie Sozialisierung können Vereinsmitglieder von MeineWelt e.V. bei einer solchen Reflektion, behilflich sein. Dabei geht es nicht nur um die angemessene Haltung gegenüber der Zielgruppe, sondern auch darum, dass das in der Handlungspraxis zugrunde liegende pädagogisch-professionelle Denken von den Trainerinnen und Ehrenamtlichen gefördert wird.

Bei diesem Angebot handelt es sich um einen interaktiven Workshop mit Fallbeispielen aus der Praxis, um eine kritische Auseinandersetzung anzuregen.

Schwerpunkte

  • Umgang mit Dominanz und Machtverhältnisse in der Arbeit mit intersektionalen Gruppen
  • Umgang mit Vorurteilen gegenüber bestimmte Zielgruppen
  • Kommunikation mit Partnern (z.B. Referenten) und Zielgruppen: Konflikte erkennen und lösen
  • Tools und Methoden für einen systematischen machtkritischen Bildungsansatz
  • Reflektion der eigenen Rolle und Konzipierung eines eigenen Formates für Workshops
  • Peer to Peer Ansatz in der Solidaritätsarbeit: Helfer/Opfer-Verhältnis; Reflektion des Altruismus

Zielgruppe

Universitätsmitarbeiter, die mit Migranten arbeiten. Mitarbeiter von Sprachschulen, die Integrationskurse anbieten. Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen von Willkommensinitiativen, Sprachlehrer/-innen in Integrationskursen. Mitarbeiter/-innen von Notunterkünften und Einrichtungen

Dauer: 3 Module / 2 Tage

5. Postkolonialismusund Wissensproduktion

Ein Angebot für(Völkerkunde-)Museen und Kultureinrichtungen

Völkerkundemuseen befinden sich durch ihre Geschichte als westliche “Wissensinstitutionen” in enger Verbindung mit kolonialenTraditionen. Diese sind in den Sammlungen und der Erforschung der Objekte der Kolonisierten zu finden, sowie in der Katalogisierung und Konstruktion “von Anderen”. Die „Kultur der Anderen” ist auch noch im 21. Jahrhundert sehr attraktiv für ein Publikum, welches durch Objekte, Fotos und Texte etwas außerhalb der eigenen Realität erfahren möchte. Das führte und führt auch heute noch zu Exotisierungen, Miss- und Fremdinterpretierungen sowie Reduktionen.

Ähnlich wie über Völkerkundemuseen können wir auch über historische Kunstsammlungen (Nationalgalerien) sprechen, die auch ständig die Gemälde, Skulpturen, Kunstgrafik usw. ohne kritische Perspektive präsentieren. Dies führte zu einer Normalisierung von dem kolonialen Muster ohne Auseinandersetzung mit dem kolonialen Kontext in dem, die Kunstobjekten produziert wurden. Damit sich das Museum in einer kritischen postkolonialen Perspektive selbst betrachtet kann, müssen wir über Positionierungen und Privilegien in Bezug auf Geschichte und Kunst sprechen. Außerdem müssen wir auf die (Er-)Findung von Begriffen und das Wissen selbst schauen: Was ist unsere Wissenschaft? In welcher Tradition befindet sie sich? Wo stehen wir in Bezug auf Aufklärung und Enzyklopädismus? Was ist mir Ethnizismus und Rassialisierung? Was für ein Verlust ist es, dass wir nur in einem bestimmten (historisch konstruierten) Denkmuster die Weltbetrachten? Wie und warum legitimieren Wissenschaftler/-innen was „reales wahres“ Wissen ist und was nicht? Welche Haltung können wir als (post)koloniale Institution im 21. Jahrhundert haben? Sind wir bereit Raum für Kritik, Revision und Reparation zu schaffen? Wenn ja, wie und wie weit?

Schwerpunkte

  • „Postkoloniales Wissen 1“: Workshops für Museumsmitarbeiter*innen
  • „Postkoloniales Wissen 2“: Workshops für Museumspublikum (Erwachsene, Jugendliche und Kinder)
  • „Postkoloniales Wissen 3“: Konzepte für künstlerische Antworten auf Sammlungsstücke und/oder kuratorische Projekte

Zielgruppe: Mitarbeiter/-innen und/oder Zielgruppe von Museen

6. Weltoffenheit:Migration und Weltsichten

Empowerment Trainings für Migrant/-innen

Manche denken Weltoffenheit sei ein Privileg für diejenigen, die frei überall hinreisenkönnen. Dazu müssen Menschen einen “guten” Pass besitzen, Geld haben und Sprachen beherrschen. Kosmopolit/-in sei ein Mensch, wenn er/sie sich die Welt ansehen kann. Die Frage ist aber: Wie tief ist das Verständnis dieser Welt in der/die Betrachter/in wirklich ist.

Migration ist ein globales und historisches Phänomen und sie bezeichnet die Bewegung von Menschen von einem permanenten Wohnort zu einem anderen, der mit der Zeit auch zum permanenten Wohnort wird. Bei diesen Bewegungen machen Menschen wichtige und wertvolle Erfahrungen und in diesem Prozess verwandeln sie sich in neue Menschen. Die Migration geht nicht spurlos an einem Menschen vorbei und dringt auch sehr tief in den Körper, die Wahrnehmung und Physis von Migrant/-innen ein. Im Gegensatz zum Tourismus ist die Migration eine Übung, um sich selbst neu zu erkennen und sich zu öffnen.

Das kann absichtlich oder unabsichtlich passieren. Es ist egal ob wir es wollen oder nicht. Dazu gehört auch das Überleben. Die Migration ist deshalb eine radikale Art der Weltoffenheit. Eine neue Sprache lernen, sich an das Klima gewöhnen, Kodex und Regeln von einem fremden Ort verstehen und die unsichtbaren Mechanismen einer Gesellschaft kennenlernen: Menschen integrieren sich nicht in die Gesellschaft, sondern zuerst integriert sich die Gesellschaft, in die Menschen kommen, in ihre Existenz.

Migration hat verschiedene Gründe: Manche fliehen vor Kriegen oder Armut und andere möchten die Welt sehen. Alle erleben einen radikalen Prozess und durch diesen Prozess wird die Weltoffenheit nicht als Privileg von Privilegierten, sondern von (manchmal unter privilegierten) Migrant/-innen betrachtet. Wenn Migration als Transformation und Lernprozess durch Risiko und persönliche Veränderungen betrachtet wird, werden die Akteur/-innen ihre eigenen Erfahrungen besser wertschätzen können. Deswegen ist es ein Empowerment, nicht nur für sie, sondern auch für die Gesellschaft, in die sie kommen.

Das Ziel dieses Workshops ist es, Migrant/innen eine Plattform anzubieten, auf der sie sich frei äußern können. Des Weiteren wird ihnen Empowernmentwerkzeuge vermittelt, mit denen sie in der fremden Gesellschaft leben können.

Schwerpunkte

  • Produktion der poetischen Texte, Bilder und Videos

Zielgruppe: Migrant/-innen sowie für Menschen, die in Migrant/-innen und Diaspora Organisationen arbeiten

Dauer: 2 Tage (6 Stunden)